Auf Entschluss
der Regierung von Niederbayern wird am 19.
Februar 1834 die Apotheke in Osterhofen
gegründet.
Stammvater des Hauses war, nach einigen personellen Veränderungen, Apotheker Sebastian
Sell, der im Jahre 1806 bereits die Apotheke in Deggendorf für den
beachtlichen Betrag von 12 000 Gulden erworben hatte.
Für seinen Sohn, Apotheker Anton Sell, richtete er die Osterhofener
Apotheke ein und erhielt außerdem im Jahre 1842 auch die Erlaubnis für eine
Filialapotheke in Plattling, die von den Vettern der Osterhofener Linie Sell
betrieben wurde.
Damit war die Apothekerdynastie im Städtedreieck Deggendorf - Plattling -
Osterhofen gegründet.
Die Plattlinger Sell-Apotheke ging 1849 in andere Hände, die
Deggendorfer Sell`sche Apotheke wurde in der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts geschlossen, die Einrichtung ist im
Deggendorfer Heimatmuseum erhalten, und die Osterhofener Apotheke ist bis heute,
im Jahre 2003, im Besitz der Familie Sell - Habereder.
Auf den Anton Sell folgte 1863 dessen Sohn, Apotheker
Ludwig
Sell, nebenbei langjähriger Bürgermeister und Ehrenbürger der Stadt
Osterhofen, der 1890 bzw. 1894 die Apotheke seinen Söhnen Anton und Joseph
Sell übergab, letzterer ein hochbegabter Künstler und Wissenschaftler.
1936 übernahm die Apotheke der Sohn des früh verstorbenen Anton Sell,
Apotheker Alfred Sell.
Alfred Sell war ebenfalls viele Jahre lang Bürgermeister der Stadt Osterhofen
und erhielt aufgrund seiner Verdienste wie der Großvater die Ehrenbürgerrechte
der Stadt.
Seit 1974 leitet dessen Tochter Herta Sell - Habereder die Sell`sche
Apotheke, jetzt Stadt-Apotheke Osterhofen.
1984 fand anlässlich des Jubiläums "150 Jahre Stadt -
Apotheke" eine viel beachtete Sonderausstellung im Osterhofener Heimatmuseum
statt, bei der die umfangreiche Sammlung von seltenen und selten gut erhaltenen
alten Gerätschaften der Apotheke einer breiten Öffentlichkeit zugänglich
gemacht werden konnte.
Seit
1990 ist die Stadt-Apotheke offizielle Ausbildungsstätte für
Apotheker, die sich zum Fachapotheker für Offizinpharmazie weiterbilden.
Am 01.09.2003 hat Michael Habereder die Apotheke übernommen und
damit die sechste Generation eingeläutet. Nach einer schweren Erkrankung ist Michael Habereder im jungen Alter von 44 Jahren verstorben.
Übergangsweise übernahmen seine Eltern wieder die Verwaltung, bis am 1. April 2012 ein Studienkollege und guter Freund von Michael, Apotheker Andreas Grill, die Apotheke von Michael´s Frau Bettina Habereder pachtet und die Tradition des Hauses Sell-Habereder weiterführt.

Ja,
so sah sie mal aus die Offizin der Stadt-Apotheke. Seither
hat sich viel, sehr viel verändert. Ohne jeglichen
technischen "Schnickschnack". Kein Telefon,
keine EDV... Heute undenkbar und unmöglich! Trotzdem
wurde jeder Patient auf dem damalig höchsten Stand
perfekt versorgt!
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