Masern auf dem Vormarsch
Erfolgreiche Raucherentwöhnung
Hautpflege im Winter
Wahl eines Pflegeheimes
Darmbakterien gegen Colitis ulcerosa
Erste Hilfe bei Nasenbluten
Rheuma: Keine Frage des Alters
Depressionen in der Schwangerschaft
Wie erkenne ich einen Schlaganfall?
Wie gut schnüffeln Diabeteswarnhunde?

Masern auf dem Vormarsch

Erkrankungen in Europa verdreifacht

Seit Entwicklung der Schutzimpfung im 18. Jahrhundert konnten viele Leben gerettet werden. Doch aktuell sinken die Impfquoten und parallel steigt die Zahl an Betroffenen, die sich mit einer ansteckenden Krankheit wie Masern infizieren.

Erhöhtes Risiko bei niedriger Impfquote

Über 82.000 Masernerkrankungen wurden im Jahr 2018 in der WHO-Europaregion gemeldet, zwei Drittel der Betroffenen mussten ins Krankenhaus. Zum Vergleich: im Vorjahr lag die Zahl der Erkrankungen noch bei 26.000. In einem Jahr ist somit die Zahl der Masernerkrankungen um das Dreifache angestiegen. Dabei waren hauptsächlich Ländern mit einer geringen Impfquote von unter 50 Prozent besonders betroffen. Beispielsweise stieg 2018 die Zahl der Masernerkrankungen in der Ukraine auf über 53.000 bei einer Impfquote von 31 Prozent. In Deutschland hingegen erkrankten nur 532 Menschen bei einer Impfquote von 97 Prozent. Ursachen für den Rückgang der Impfquoten sind dabei hauptsächlich weltanschauliche Gründe, ein Erstarken der Impfgegnerszene und medizinische Bedenken der Patienten.

Hohe Impfquote verhindert Ausbrüche

Laut Daten der WHO gelang es Ländern mit einer hohen Impfquote, den Ausbruch von Infektionskrankheiten zu verhindern und vor importierten, ansteckenden Krankheiten zu schützen. Ob sich jemand für oder gegen eine Impfung entscheidet, hat auch Auswirkungen auf den Rest der Bevölkerung: Hohe Impfquoten von 95 Prozent sind nötig, um eine sogenannte „Herdenimmunität“ zu erreichen. Diese Herdenimmunität ist wichtig, um auch Neugeborene und Kleinkinder vor ansteckenden Krankheiten zu schützen, da sich ihr Immunsystem noch entwickelt und sie deshalb manche Impfungen noch nicht erhalten können. Laut Daten der ECDC (Europäisches Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten) waren 92 Prozent der an Masern erkrankten Menschen in der WHO-Europaregion nicht oder nur ausreichend geimpft. Dabei waren 94 Prozent der nicht geimpften Erkrankten zu jung für eine Impfung und hätten somit von einer Herdenimmunität profitiert.

Quelle: Ärztezeitung

Author: Christina Winzig; Bildrechte: ADfoto/Shutterstock


Erfolgreiche Raucherentwöhnung

E-Zigarette oder Nikotinpflaster?

Weltweit gehört Deutschland zu den 9 Ländern mit den meisten Rauchern. Auf der Suche nach alternativen Entwöhnungsmitteln untersuchten Forscher den Nutzen von E-Zigaretten auf einen Rauchstopp – mit mehrdeutigem Ergebnis.

Britische Studie zu verschiedenen Entwöhnungsmitteln

Über den Nutzen von E-Zigaretten bei der Raucherentwöhnung sind sich die Experten uneinig. Vor diesem Hintergrund führten Wissenschaftler der Queen Mary Universität in London an insgesamt 886 Rauchern eine mehrzentrige Studie zum Nutzen verschiedener Entwöhnungsmethoden durch. Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 41 Jahre alt und rauchten 15 Zigaretten pro Tag im Mittel.

Peter Hajek und sein Team teilten die Raucher in 2 Gruppen ein: Die Probanden der ersten Gruppe erhielten eine E-Zigarette mit Liquid. Die anderen Teilnehmer durften frei zwischen Formen der herkömmlichen Nikotinersatztherapie wählen und kombinieren: Pflaster, Kaugummi, Lutschtablette, Nasenspray, Inhalator, Mundstreifen und Mikrotabs. Alle Teilnehmer sollten mindestens 4 Wochen an begleitenden Therapiesitzungen teilnehmen. Nach einem Jahr testeten die Wissenschaftler mit Hilfe eines Atemtests die Teilnehmer auf eine erfolgreiche Tabakentwöhnung.

Weg von Tabakzigaretten, aber Nikotinsucht bleibt

Von 438 Personen verzichteten mit E-Zigaretten 79 Teilnehmer auf Tabak (18 Prozent), aus der Gruppe mit Nikotinersatzprodukten erreichten nur 44 von 446 Personen Tabakabstinenz (9,9 Prozent). Von den 79 Probanden, die mit Hilfe der E-Zigarette das Tabakrauchen eingestellt hatten, rauchten nach einem Jahr noch 80 Prozent regelmäßig E-Zigarette. Demgegenüber setzten noch 9 Prozent der Teilnehmer, die mit Nikotinersatzprodukten erfolgreich waren, auch nach einem Jahr noch eine Nikotinersatztherapie ein. Laut Hajek bedeuten die Ergebnisse, dass 9 Prozent der Teilnehmer mit den Nikotinersatzprodukten ihre Nikotinsucht überwinden konnten gegenüber von 3,7 Prozent in der E-Zigaretten-Gruppe.

Sowohl E-Zigaretten als auch Nikotinersatzprodukte wurden als weniger befriedigend als Tabakzigaretten empfunden, wobei die E-Zigaretten-Nutzer insgesamt etwas zufriedener mit der Entwöhnungsmethode waren und seltener unter Reizbarkeit und Unruhe litten.

Experten uneinig in Studienbewertung

Für Heino Stöver, Direktor des Instituts für Suchtforschung Frankfurt, belegt die Studie zum ersten Mal, dass die E-Zigarette einen wesentlichen Beitrag zum Rauchstopp leistet. „Wir sollten nicht vorschnell Methoden aus dem ohnehin nicht prall gefüllten Köcher der Rauchstopp-Methoden werfen“, mahnt Stöver.
Sven Schneider, Leiter der Forschungsabteilung Kindergesundheit am Mannheimer Institut für Public Health, Sozial- und Präventivmedizin, hält die intensive therapeutische Betreuung der Studienteilnehmer dagegen für „wenig realitätsnah“. Weiterhin zeigen laut Schneider die Ergebnisse, dass die Teilnehmer ihre Nikotinsucht nicht besiegen konnten. Er äußert sich besorgt darüber, dass immer mehr Nichtraucher den Einstieg in den Nikotinkonsum über die E-Zigarette finden.

Quelle: Ärzteblatt

Author: Simone Lang; Bildrechte: FabrikaSimf/Shutterstock.com


Hautpflege im Winter

Gepflegte Haut ist gesunde Haut

Niedrige Temperaturen, kalte Winde und trockene Heizungsluft setzen unsere Haut in den Wintermonaten sehr zu. Experten der Landesapothekerkammer Hessen geben hilfreiche Tipps zu Cremes und Wirkstoffen.

Rissige und schuppige Haut – mit der richtigen Creme bald Vergangenheit

Die Talgdrüsen der Haut produzieren mit sinkenden Temperaturen immer weniger Fett, zusätzlich wirken Wind, Regen und Schnee austrocknend auf die schützende Hautbarriere. Die Folge sind kleine Hautrisse an Fingern, Füßen oder Ellenbogen und eine gespannte, juckende Haut.

Hautpflegeprodukte sollten im Winter grundsätzlich einen höheren Fettanteil und weniger Feuchtigkeit enthalten. Die Inhaltsstoffe Panthenol, Pantothensäure, Allantoin und Vitamin E wirken rückfettend und Harnstoff (Urea) ist ein guter Feuchtigkeitsspender. Welches Pflegeprodukt zu welchem Hauttyp passt, erfahren Interessierte in der Apotheke vor Ort.

Gepflegter Pistenspaß

Wasserarme Lipogele, Fettpasten oder Wasser-in-Öl-Cremes dienen als ideale Grundlage für einen Tag auf der Piste. Darüber wird ein Hautöl oder eine dünne Schicht Kälteschutzcreme aufgetragen. Beide verhindern das Verdunsten von Flüssigkeit und halten die Kälte ab. Ein Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor schützt vor der starken UV-Strahlung in den Bergen.
Nach einem Tag im Freien sollte auf ein zu heißes Wannenbad zum Aufwärmen besser verzichtet werden. Eine kurze Dusche ist verträglicher für die Haut und ein rückfettender Zusatz für die Badewanne empfehlenswert. Nicht vergessen: Danach mit einer reichhaltigen Lotion eincremen.

Quelle: Landesapothekerkammer Hessen

Author: Simone Lang; Bildrechte: goodluz/Shutterstock.com


Wahl eines Pflegeheimes

Einrichtungen vorher besuchen

Mit der steigenden Anzahl von Pflegebedürftigen wächst die Zahl an Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten. Experten geben Tipps, woran Angehörige qualitativ hochwertige Angebote erkennen.

Pflegeeinrichtungen werben mit modernem Wohnambiente, individuellen Betreuungskonzepten und zuvorkommendem Pflegepersonal. Vielen Angehörigen fällt es dadurch schwer, eine Pflegeeinrichtung für den Pflegebedürftigen zu wählen. „Wichtig ist, sich nicht von Hochglanz-Prospekten blenden zu lassen“, rät Uwe Vogt vom Serviceteam der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) in Dresden. „In erster Linie sollten eine qualifizierte Betreuung und eine gute Einbindung in die medizinische Versorgung ausschlaggebend für die Wahl eines Anbieters sein.“

„Pflegelotse“ der KKH hilft bei der Suche

Bei der Wahl eines geeigneten Heims für Pflegebedürftige hilft die Suchmaske „Pflegelotse“der vdek (Verband der Ersatzkassen), die auch Fremdversicherten zur Verfügung steht. Die ermittelten Vorschläge enthalten Bewertungen durch den Medizinischen Dienst der Verband de Ersatzkassen. Dieser hat deutschlandweit ambulante Pflegedienste und stationäre Pflegeeinrichtungen anhand von Qualitätskriterien geprüft und benotet.

Heime zu verschiedenen Tageszeiten besuchen

„Das derzeitige Prüf- und Benotungssystem von ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen ist eine Orientierungshilfe, bildet die Realität aber leider nicht vollständig ab“, kommentiert Vogt. Ein Besuch der potentiellen Pflegeeinrichtungen hilft Angehörigen, sich ein eigenes Bild von der Einrichtung zu machen. „Am besten sucht man die Heime zu verschiedenen Tageszeiten auf, um den Alltag mitzuerleben. Auch ein Gespräch mit anderen Heimbewohnern oder deren Angehörigen kann hilfreich sein“, rät Vogt.

Worauf Sie bei der Wahl der Einrichtung achten sollten

Besichtigen Angehörige eine Pflegeeinrichtung, sollten sie insbesondere auf folgende Dinge achten:

  • Ist das Pflegepersonal freundlich und nimmt sich Zeit für die Bedürfnisse der Heimbewohner?
  • Gibt es ein Pflegeleitbild im Haus?
  • Wie viele Betreuer versorgen wie viele Bewohner?
  • Sind die Bewohner an der Organisation beteiligt (Heimbeirat)?
  • Wird nach Qualitätsstandards gepflegt, zum Beispiel im Falle von Druckgeschwüren (Dekubitus)?
  • Ist das Personal für Patienten mit Demenz speziell geschult?
  • Gibt es ein Konzept zur Sturzprophylaxe?
  • Sind alle anfallenden Kosten in einer Preisliste aufgeschlüsselt und verständlich dargestellt?

In manchen Einrichtungen ist zudem ein Probewohnen möglich. Auch nachdem die Entscheidung für einen Anbieter gefallen ist, sollten Angehörige darauf achten, dass die Betreuung keine Mängel aufweist und das Personal die vereinbarten Leistungen erbringen. Weist die Betreuung erhebliche Mängel auf, sind die Krankenkassen die richtigen Ansprechpartner und beraten Betroffene und Angehörige.

Author: Julia Schmidt/KKH; Bildrechte: wavebreakmedia/Shutterstock.com


Darmbakterien gegen Colitis ulcerosa

Stuhltransplantation hilft

In Langzeittherapien konnten fäkale Darmbakterien bei der Behandlung der Colitis ulcerosa helfen. Doch wie gut wirken gespendete Darmbakterien, wenn die Therapie damit nur eine Woche dauert?

Auch anaerobe Bakterien mit übertragen

Eine gestörte Darmflora spielt neben anderen Ursachen eine nicht unerhebliche Rolle bei der Colitis ulcerosa. Um die Erkrankung mit gesunden Darmbakterien zu behandeln, waren bisher aufwändige Behandlungszyklen über mehrere Wochen bis Monate nötig.

Australische Forscher haben jetzt an über 70 Colitis-Patienten die Stuhltransplantation als Kurztherapie getestet. Die eine Hälfte der Patienten bekam insgesamt 3 Mal in einer Woche fremde, gesunde Darmbakterien als Einlauf verabreicht. Besonderheit war, dass dabei auch anaerobe Bakterien übertragen werden konnten, berichten die Forscher im amerikanischen Ärzteblatt JAMA. Die Kontrollpatienten erhielten Einläufe mit Material aus ihren eigenen Stuhlproben.

Stuhltransplantation wirkt – aber selten auf Dauer

8 Wochen nach der Stuhltransplantation wurde alle Patienten mit Hilfe einer Darmspiegelung untersucht. Bei einem Drittel der mit gespendeten anaeroben Darmbakterien behandelten Patienten hatten sich die entzündlichen Veränderungen der Darmschleimhaut zurückgebildet. Von den Kontrollpatienten wiesen nur 9% eine solche Remission auf. Nach 12 Monaten waren die Erfolge jedoch rückläufig: Von den 12 Patienten, denen die Stuhltransplantation geholfen hatte, waren nur noch 5 in Remission. Parallel dazu sank auch die direkt nach der Stuhltransplantation zunächst erhöhte Anzahl anaerober Bakterien im Darm im Laufe der 12 Monate wieder.

Stuhltransplantationen dürften deshalb nur in Ausnahmefällen zur Ausheilung einer Colitis ulcerosa führen, kommentiert Colleen Kelly von der Brown Universität in Providence/Rhode Island in ihrem Editorial im JAMA die australische Studie. Sie schlägt vor, die fäkale Bakterientherapie in Kombination mit Immunmodulatoren und Biologika zu testen. Größere Patientenstudien dazu sind schon in Planung.

Quelle: Ärzteblatt

Author: Dr. med. Sonja Kempinski; Bildrechte: Emily frost/Shutterstock.com


Erste Hilfe bei Nasenbluten

Blutung effektiv stoppen

Gerade in der Winterzeit strapaziert die trockene, kalte Luft nicht nur die Gemüter, sondern auch die Nasenschleimhaut. Häufiges Nasenbluten ist dabei keine Seltenheit. Doch was tun, wenn das Blut läuft?

Ursachen für Nasenbluten

Meist ist Nasenbluten harmlos und auf eine geringe Raumluftfeuchtigkeit zurückzuführen, die ein Austrocken der Schleimhäute bedingt. Allerdings kann es auch als Nebenwirkung einiger Arzneimitteln, z.B. Blutgerinnungshemmer, Zytostatika oder Nasenspray, auftreten. Kommt es häufiger zu Nasenbluten, sollte man auch an eine zugrundeliegende Erkrankung denken. Beispielsweise begünstigen Gerinnungsstörungen, Diabetes, schwere Essstörungen und Bluthochdruck die Entstehung von Nasenbluten.

Blutung stoppen

Tritt Nasenbluten plötzlich auf, helfen einfache Maßnahmen, um die Blutung schnell zu stillen:

• Aufrecht hinsetzen und den Kopf nach vorne beugen, um zu vermieden, dass Blut in den Rachen gelangt

• Für etwa 5 – 10 Minuten die Nasen mit zwei Fingern zuhalten, d.h. die Nasenflügel an die Nasenscheidewand drücken (Abdrücken der blutenden Gefäße)

• Keinesfalls Taschentücher oder Ähnliches in die Nase stopfen, da die Wunde beim Entfernen dieser wieder aufreißen könnte

• Eine zusätzliche Kühlkompresse im Nacken verengt die Blutgefäße und fördert die Blutstillung

• Um eine erneute Blutung zu vermeiden, sollte man für einige Stunden das Schnäuzen der Nase unterlassen.

Falls das Nasenbluten länger als 20 Minuten (bei Kindern mehr als 10 Minuten) anhält, ist ein Arzt aufzusuchen. Um Nasenbluten vorzubeugen, empfiehlt es sich regelmäßig an die frische Luft zu gehen, eine Raumluftfeuchtigkeit von mindestens 40% zu schaffen und trockene Nasenschleimhäute mithilfe von Nasenduschen, Nasenölen und Nasencremes zu pflegen.

Quelle: Deutsche Apothekerzeitung

Author: Christina Winzig; Bildrechte: 9nong/Shutterstock


Rheuma: Keine Frage des Alters

Wachsamkeit der Eltern gefragt

Ein gerötetes, angeschwollenes Knie bei Kindern – was wie die Folgen eines Sturzes aussieht, sind möglicherweise erste Anzeichen für Rheuma. Dauern die Gelenkbeschwerden mehrere Wochen an, raten Experten den Eltern, einen Spezialisten aufzusuchen.

Bereits Kleinkinder und Jugendliche von juveniler Arthritis betroffen

Rund 15.000 Kinder und Jugendliche leiden nach Angaben der KKH Kaufmännischen Krankenkasse unter der häufigsten Form von Rheuma, das vor dem 16. Lebensjahr auftritt: der juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA). Die KKH wertete die Daten von 314.000 Kindern und Jugendlichen aus. Von 1000 Kindern erkranken 1 bis 2 pro Jahr an JIA, wobei Mädchen deutlich häufiger wie Jungen betroffen sind.

Die Ursachen des Gelenkrheumas bei jungen Menschen sind noch unklar. Andreas Heiß vom Serviceteam der KKH erklärt: „Manche Eltern führen die Schwellung zunächst auf einen Sturz zurück. Hält sie wochenlang an, sollten Eltern an eine rheumatische Erkrankung denken.“

Frühes Erkennen beugt Spätschäden vor

Neben Gelenkschwellung und Rötung zählen Einschränkungen in der Bewegung wie Hinken und Gelenksteifigkeit nach Ruhephasen zu den typischen Anzeichen der JIA. Hinzu kommt oft eine unbewusste Schonhaltung, meist eine Beugung des betroffenen Gelenks. „Stellen Eltern fest, dass ihr Kind mögliche Symptome zeigt, sollten sie rasch ihren Kinderarzt informieren und um Überweisung zu einem Kinderrheumatologen bitten“, rät Heiß.

Eine frühzeitige Behandlung durch den Spezialisten lindert nicht nur die Schmerzen des Kindes, sondern fördert auch dessen Beweglichkeit und verringert vor allem Schädigungen an den Gelenken und Knochen der Heranwachsenden.

Quelle: Ärzteblatt

Author: Simone Lang; Bildrechte: Zurijeta/Shutterstock.com


Depressionen in der Schwangerschaft

Neues Vorsorgeprogramm gestartet

In Baden-Württemberg startete am 28. Januar 2019 ein neues Programm für Schwangere, die unter depressiven Verstimmungen leiden. Frauen, die bei einer der beteiligten Krankenkassen versichert sind, können am Vorsorgeprogramm teilnehmen.

Mehrstufige Hilfe für betroffene Schwangere

Mediziner und Wissenschaftler unter der Leitung der Universitätsfrauenklinik Heidelberg entwickelten ein systematisches Screening mit einem nachfolgenden Behandlungsprogramm für psychisch belastete Schwangere. „Unter Depressionen, Stress und Ängsten – darunter auch ganz konkreter Angst vor der Geburt selbst – leidet nicht nur die Schwangere. Auch für Kind und Familie ist die Erkrankung eine große Belastung“, erklärt Projektleiterin Stephanie Wallwiener von der der Universitätsfrauenklinik Heidelberg.

Am 28. Januar startete in ganz Baden-Württemberg das Programm, welches für insgesamt 15.000 Teilnehmerinnen ausgelegt ist. Schwangere können sich mit einem Fragebogen auf Anzeichen von Stress, Depressionen oder Ängsten testen lassen, wenn sie bei einer der folgenden Krankenkassen versichert sind: Techniker Krankenkasse, AOK Baden-Württemberg, Barmer, mhplus Betriebskrankenkasse und die über die GWQ ServicePlus AG teilnehmenden Betriebskrankenkassen.

Zeigt sich in dieser ersten Untersuchung bei der Schwangeren eine starke psychische Belastung, nehmen Mitarbeiter der Universitätskliniken Heidelberg und Tübingen Kontakt auf und vermitteln psychologische Hilfe. Bei milderen Störungen der Gemütslage können die Frauen an einem onlinebasierten Selbsthilfeprogramm teilnehmen.

Weniger Angst vor natürlicher Geburt

Ein weiteres Ziel des Vorsorgeprogramms sei laut Wallwiener, den Schwangeren die Angst vor der Geburt zu nehmen und mehr natürliche Geburten zu ermöglichen. „Es hat sich gezeigt, dass Frauen, die unter Stress, Angst oder Depressionen leiden, sich eher einen Kaiserschnitt wünschen, auch wenn dieser medizinisch nicht unbedingt notwendig wäre.“

Wallwiener betont, dass für das Gelingen des Projekts die Kooperation mit den niedergelassenen Frauenärzten besonders wichtig sei, insbesondere mit dem Berufsverband der Frauenärzte, Landesverband Baden-Württemberg.

Quelle: Ärzteblatt

Author: Simone Lang; Bildrechte: stockfour/Shutterstock.com


Wie erkenne ich einen Schlaganfall?

FAST-Test hilft beim Beurteilen

Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde. Doch im Ernstfall ist das rasche Erfassen der Lage für Betroffene und deren Angehörigen häufig nicht leicht. Ein einfacher Test hilft dabei, die Situation richtig einzuordnen und für bestmögliche Hilfe zu sorgen.

FAST-Test hilft beim Einordnen von Schlaganfall-Beschwerden

„Schnelles Erkennen und Handeln sind Voraussetzung dafür, bei einem Schlaganfall das Schlimmste zu verhindern und eventuelle Folgeschäden zu vermeiden“, betont Astrid Hopfengart vom Serviceteam der KKH Kaufmännischen Krankenkasse in Brandenburg. Doch nicht immer lassen sich die Beschwerden eindeutig einem Schlaganfall zuordnen. Gerade bei leichten Schlaganfällen liegt die Diagnose oft nicht auf der Hand. Dann hilft Angehörigen und Ersthelfern zur ersten Einschätzung der rasch und einfach durchführbare FAST-Test:

  • F wie Face (Gesicht): Bitten Sie die Person zu lächeln. Ist das Gesicht einseitig verzogen? Das deutet auf einen Schlaganfall mit Halbseitenlähmung hin.
  • A wie Arms (Arme): Bitten Sie die Person, die Arme nach vorn zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer schlaganfallbedingten Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden. Die Arme sinken oder drehen sich.
  • S wie Speech (Sprache): Lassen Sie die Person einen einfachen Satz wie „Meine Lieblingsfarbe ist Blau“ nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich ein Schlaganfall mit Sprachstörung vor.
  • T wie Time (Zeit): Wählen Sie unverzüglich den Notruf 112. Wenn Sie auffällige Beobachtung gemacht haben, weisen Sie Ihren Gesprächspartner auf die vorliegenden Schlaganfall-Symptome hin und äußern Sie deutlich: „Verdacht auf einen Schlaganfall“. Wichtig: Für einen Schlaganfall-Verdacht genügt es, wenn einer der drei Tests Auffälligkeiten offenbart.

Bei Schlaganfall-Verdacht: Betroffenem kein Trinken geben

Darüber hinaus sollten Helfer folgendes beachten: Wenn Sie den Verdacht auf einen Schlaganfall haben, geben Sie dem Betroffenen besser nichts zu essen oder zu trinken. Denn der Schluckreflex kann gestört sein. Im schlimmsten Fall droht dadurch Erstickungsgefahr! Notieren Sie sich die Symptome und den genauen Zeitpunkt des Auftretens, damit Sie diese Informationen dem eintreffenden Notarzt mitteilen können. Sorgen Sie dafür, dass der Betroffene gut Luft bekommt. Achten Sie deshalb auf freie Atemwege, entfernen Sie gegebenenfalls störende Zahnprothesen und öffnen Sie einengende Kleidungsstücke.

Weniger Todesfälle durch Schlaganfall

In Deutschland führte die Akutversorgung durch spezialisierte Schlaganfall-Stationen (Stroke Units) in den vergangenen Jahren zu immer weniger Todesfällen durch Schlaganfall. Über 280 zertifizierte Stroke Units gibt es inzwischen an deutschen Kliniken. Und dennoch gilt: „Vorbeugung ist immer noch die beste Medizin. Stellen Sie das Rauchen ein, ernähren Sie sich gesundheitsbewusster und bewegen Sie sich regelmäßig“, rät Astrid Hopfengart. Der Abbau von Übergewicht und regelmäßige Arztbesuche – zum Beispiel im Rahmen des kostenfreien Check-ups – helfen, das Schlaganfall-Risiko zu senken.

Eine Liste der zertifizierten Stroke Units, einen Schlaganfall-Risiko-Test und zusätzliche Informationen für Betroffene und Angehörige finden Sie unter www.schlaganfall-hilfe.de.

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Wie gut schnüffeln Diabeteswarnhunde?

Auf den Charakter kommt es an

Nicht nur für Blinde leisten Hunde unerlässliche Dienste – auch als Diabeteswarnhunde erschnüffeln die Vierbeiner gefährliche Blutzuckerentgleisungen. Doch wie zuverlässig sind die trainierten Hundenasen? Und wovon hängt ihre Leistung ab?

Unterzuckerung wird besser erkannt

Um diese Fragen zu klären, testeten Tierärzte von der Universität Bristol 32 Hunde-Patienten-Paare. Die Patienten, alle Typ-1-Diabetiker, sollten 6 bis 12 Wochen lang zusätzlich zu ihren normalen Messungen auch dann ihren Blutzucker messen, wenn ihr geschulter Diabeteswarnhund anschlug. Insgesamt konnten die Forscher über 4000 Unter- und Überzuckerungen auswerten. Doch wie oft lagen die Hunde richtig? Unterzuckerungen (Hypoglykämien) erkannten die Hunde zu 83%, Überzuckerungen (Hyperglykämien) zu 67%. Nicht alle Hunde waren gleich gut: 4 Hunde erschnüffelten sämtliche Blutzuckerentgleisungen ihres menschlichen Partners, bei den anderen gab es den einen oder anderen Fehlalarm. Der Vorhersagewert war 81%, d.h. bei 81% der Hunde-Alarme war der Blutzucker tatsächlich außerhalb des Normbereichs.

Belohnung fördert die Nase

Die britischen Forscher wollten außerdem wissen, wovon die Zuverlässigkeit eines Diabeteswarnhundes abhängt. Wie gut ein Hund den Blutzucker außerhalb des Normbereichs erschnüffelte, hing laut Studienergebnissen mit seinem Charakter und dem seines Diabetikers zusammen. Es schnitten nämlich die Hunde besser ab, die Spaß am Spiel hatten, gerne Neues ausprobierten, gut zu motivieren und besonders aufmerksam waren. Außerdem war die Schnüffelleistung besser, wenn der Patient die Aufmerksamkeit seines Hundes belohnte und Vertrauen in die Fähigkeiten seines Diabeteswarnhundes hatte.

Quelle: Ärzteblatt

Author: Dr. med. Sonja Kempinski; Bildrechte: Aleksey Boyko/Shutterstock.com

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